Mattias Gebhardt (Medizinisch geprüft von   Dr. Maryam Shabir) Letzte Änderung: Oktober 12th, 2020

Alles über Erektionshilfen

Erektionshilfen

Heutzutage leiden um die 30 Millionen Männer an der erektilen Dysfunktion in Europa. Da dieses Thema ein Tabuthema ist, wird geschätzt, dass es wahrscheinlich noch mehr sind. Viele Männer trauen sich jedoch gar nicht erst zum Arzt mit diesem Problem, daher sind die genannten Zahlen wahrscheinlich noch höher.

Die Erektionsstörungen sind jedoch in den meisten Fällen therapierbar und es gibt hier gleich mehrere Therapieansätze: Die medikamentösen und die natürlichen Potenzmittel sowie die Vakuum – Erektionshilfen. In diesem Artikel informieren wir Sie über alles Wissenswerte zum Thema Erektionshilfen.

Medikamentöse Erektionshilfen

Medikamentöse Erektionshilfen
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Potenzmittel als medikamentöse Erektionshilfe aus der Apotheke

Viagra und Cialis sind wohl die bekanntesten Potenzmittel aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer. Diese Arzneimittel sind wohl die eine der bewährtesten Erektionshilfen für den Mann und haben folgende Wirkung auf den Organismus:

  • Die Unterdrückung des Enzyms PDE-5. Dieses Enzym nimmt in der Regel im steigenden Alter, genauer gesagt ab ca. 45 Jahren, immer mehr zu. Seine Aufgabe ist es die Erektion zu verhindern oder frühzeitig abzubrechen, um Energie zu sparen. Die bewährten Potenzmittel wie Viagra und Cialis unterdrücken dieses Enzym und garantieren dadurch, dass der Mann – wenn er sexuell erregt ist – eine Erektion bis zum Orgasmus haben kann.
  • Die PDE-5-Hemmer bewirken außerdem eine verbesserte Durchblutung und eine Entspannung der Muskeln sowie Blutgefäße im männlichen Geschlechtsteil, was ebenfalls wichtig für eine erfolgreiche Erektion ist.

Gibt es diese Erektionshilfe rezeptfrei?

Da die hochwirksamen, pharmazeutischen Potenzmittel Nebenwirkungen haben, ist es in Europa nicht möglich, PDE-5-Hemmer wie Cialis oder Viagra rezeptfrei zu kaufen.

Es gibt in Ländern wie Polen und England zwar die Ausnahme von Viagra Connect oder auch Viagra 50 mg, das man ohne Rezept in der Apotheke kaufen kann. Doch auch hier muß der Anwender zuerst mit dem Apotheker sprechen, welcher dann entscheidet, ob sich der Käufer für das Medikament eignet.

Hintergrund für die Rezeptpflicht in Europa sind gesundheitliche Risiken und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Leidet der Betreffende zum Beispiel an niedrigem Blutdruck oder an einer ernsthaften Herzkrankheit, so darf er auf gar keinen Fall einen PDE-5-Hemmer einnehmen, da er ansonsten ernsthafte Gesundheitsprobleme bekommen kann. Alle Herz-Kreislauf-Krankheiten können mit Ausnahme von Bluthochdruck als kritisch betrachtet werden.

Außerdem gibt es Wechselwirkungen mit gewissen Medikamenten, was sich einerseits negativ auf die Gesundheit auswirken und andererseits die Wirkung der Medikamente verfälschen kann.

Hausmittel für Erektionshilfen

Hausmittel für Erektionshilfen
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Es gibt eine Reihe von natürlichen Potenzmitteln, die eingenommen werden können, um die erektile Dysfunktion zu behandeln. Im Gegensatz zu pharmazeutischen Mitteln sind die natürlichen und meist pflanzlichen Potenzmittel sehr mild.

Sie sollten jedoch über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden und weisen in der Regel weniger Nebenwirkungen auf als die pharmazeutischen Erektionshilfen.

Je nach Grad der Erektionsstörung sind natürliche Mittel wahrscheinlich weniger effektiv, sondern haben eher eine milde Wirkung. Zusammen mit einem gesunden Lebensstil und guter Ernährung können sie jedoch in vielen Fällen auch ihren Dienst tun.

Maca

Die peruanische Wurzel aus den Anden wirkt potenzsteigernd. Sie wird über Wochen bis Monate hinweg eingenommen und wird seit jeher von den Mayas als Aphrodisiakum und Stärkungsmittel eingesetzt.

Ginseng

Roter und weißer Ginseng aus Korea sowie China gilt als Potenzsteigerer. Besonders der rote Ginseng soll wahre Wunder wirken. In Asien wird diese Wurzel sehr häufig zur Potenzsteigerung eingenommen.

Yohimbin

Yohimbin stammt aus Afrika und hatte vor der Entwicklung von pharmazeutischen Potenzmitteln einen sehr großen Stellenwert bei der Therapie der erektilen Dysfunktion. Ursprünglich wurde diese Substanz aus der Rinde und den Blättern des Yohimbin-Baumes gewonnen.

Weitere Informationen zu Natürliche Potenzmittel: Was können L-Arginin, Ginkgo & Co?

Gesunde Ernährung als Erektionshilfe

Die Hausmittel zur Erektionshilfe sind hauptsächlich eine gesunde Ernährung mit vielen Proteinen, Vitaminen und Mineralien. Eine ausgeglichene Vollwertkost ist wichtig für sowohl Gesundheit und als auch Potenz.

L-Arginin

Diese nicht-essentielle Aminosäure ist für die Bildung von Proteinen im Körper zuständig und soll positive Effekte auf die glatte Muskulatur des männlichen Schwellkörpers haben, was zu einer Verbesserung der Erektionsfähigkeit führt. L-Arginin kann als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, kommt aber auch in den pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln, bzw. in fast allen Eiweißen, vor.

Vorzufinden ist sie zum Beispiel in:

  • Buchweizen
  • Samen
  • Kürbis
  • Nüssen
  • Hülsenfrüchten
  • Ei
  • Rotem Fleisch
  • Fisch
  • Austern

Die Auster gilt auf der ganzen Welt als Aphrodisiakum. Heutzutage ist die Auster auch in Pulverform erhältlich und wird natürlichen Potenzmitteln beigemischt.

Gewürze

  • Muskatnuss: Die Nuss des Muskatnussbaumes Myristica fragrans wird in Indien seit Jahrhunderten als Potenzmittel eingesetzt.
  • Vanille: Die Vanilleschote hat eine euphorisierende und stimulierende Wirkung.
  • Zimt: Ceylon Zimt oder echter Zimtbaum ist nicht nur ein Gewürz, sondern auch eine Heilpflanze. Zimt hat eine verdauungsfördernde sowie appetitanregende Wirkung und wird seit Jahrhunderten auch als Aphrodisiakum eingesetzt.

Kakao

Von den Inkas wurde die Kakaobohne bereits als Lustmacher verwendet. Kakao ist ein Stimmungsaufheller und ein Antidepressivum.

Vakuum Erektionshilfe

Vakuum ErektionshilfeWer lieber keine Potenzmittel zu sich nehmen möchte, der kann diese Variante ausprobieren. Sie hat sich bei Millionen von Männern bewährt. Die Vakuum Erektionshilfe, die am Bekanntesten ist, heißt MANUAL Erection System von der Firma Medintim.

Es handelt sich um eine manuelle Penispumpe, durch die Männer mit Potenzproblemen eine stabile Erektion erlangen können. Dieses medizinische Hilfsmittel erzeugt Unterdruck im Zylinder um den Penis.

Nach nur 5 Minuten ist es nach Aussagen von Anwendern bereits möglich Geschlechtsverkehr zu haben.

Vakuum Erektionshilfe Anleitung

Die manuell betriebene Vakuumpumpe erzeugt einen Unterdruck im Zylinder um den Penis. Durch den Unterdruck füllt sich die Schwellkörper mit Blut, was automatisch zu einer Versteifung des männlichen Gliedes führt.

Es wird einer der Stauringe über den Schaft des Gliedes gestreift, der verhindert, dass beim Abnehmen des Zylinders das Blut zurückfließen kann. Dadurch wird die Erektion erfolgreich aufrecht erhalten.

Das MANUAL Erection System ist einfach zu reinigen. Mit warmem Wasser und Seife wird die Vakuumpumpe ganz bequem abgewaschen. Ersatzteile sind einfach erhältlich und auch nach Jahren noch auf Lager. Pumpenkopf, Führungshülse und Dichtungsring sind einfach nachzubestellen. Auch das passende Gleitgel ist erhältlich.

Erektionshilfe Gel

Es gibt ein Potenzgel zur Behandlung von Erektionsstörungen. Der im Potenzgel verwendete Wirkstoff Alprostadil wird direkt auf das Glied aufgetragen. Geeignet ist das Gel vor allem für Männer mit geschädigten Erektionsnerven und verengten Gefäßen, bei denen selbst ein PDE-5-Hemmer wie Viagra oder Cialis nicht viel ausrichten kann.

Topiglan

Topiglan soll bald auf den USA-Markt kommen. Es enthält nur 1 % Alprostadil und wird direkt auf die Eichel aufgetragen. Dieser Wirkstoff kurbelt die Durchblutung an. Daher ist die Hauptnebenwirkung ein Hitzegefühl auf dem Penis. Bisher liegen jedoch lediglich Studien vor, die noch nicht abgeschlossen sind.

Der gleiche Wirkstoff wird höher dosiert auch in Form einer Spritze angewandt. Dies wird Schwellkörperautoinjektionstherapie genannt. Bereits nach 15 Minuten setzt dabei die Erektion ein, die dann bis zu 60 Minuten anhalten kann. Diese Therapieform ist bereits auf dem Markt.

Erektionshilfen nach Prostataoperation

Es ist durchaus normal, dass nach einer Prostataoperation die erektile Dysfunktion eintritt. Es gibt jedoch in diesem Fall mehrere Therapiemöglichkeiten.

Wichtig ist jedenfalls, dass der Penis nach der Operation so schnell wie möglich wieder gut durchblutet wird.

Die Vakuumpumpe hat sich in diesem Fall sehr gut bewährt. Der Vorteil liegt eindeutig darin, dass keine weiteren Medikamente eingenommen werden müssen. Oft wird die Prostata aufgrund von Krebs entfernt und der Patient muss sowieso starke Arzneimittel einnehmen. Bereits nach 5 Minuten kann durch die Vakuumpumpe nach Aussagen von Patienten eine Erektion erreicht werden.

PDE-5-Hemmer

PDE-5-Hemmer haben sich zur Wiedererlangung der Erektionsfähigkeit nach einer Prostataoperation bewährt. Arzneimittel wie Sildenafil, Viagra, Cialis, Spedra und Levitra verstärken die eigenen Körperfunktionen und fördern die Durchblutung. Wenn sich jedoch im männlichen Genitalbereich gar nichts mehr regt, dann sind diese Mittel zwecklos. Es muss also eine noch vorhandene körpereigene Funktion da sein, damit die Potenzmittel wirken können. In den meisten Fällen ist dies gegeben.

Die Potenzmittel können dann in der Regel in schwacher Dosierung täglich als Dauermedikament eingenommen werden und zwar solange, bis sich der Körper wieder an eine regelmäßige Erektion gewöhnt hat. Die Potenzmittel können aber auch in höherer Dosierung punktuell eingenommen werden.

Schwellkörperautoinjektionstherapie

Die Schwellkörperautoinjektionstherapie hat sich in diesem Fall ebenfalls bewährt. Die Spritze wird seit den 1980er-Jahren eingesetzt. Diese Methode wirkt auch dann, wenn die Nervenbahnen im männlichen Glied durch z.B. eine Operation, einen Unfall oder durch Querschnittslähmung gestört sind. Dabei spritzt sich der Mann das Medikament seitlich in den Schwell­kör­per, was etwas Über­­windung kosten kann, aber nicht sehr schmerzhaft ist.

Diese Therapie ist deshalb effektiv, weil der Wirkstoff im Gegensatz zur Medikamenteneinnahme nicht erst über die Leber abgebaut wird, sondern direkt an den Ort des Geschehens kommt.

Häufig gestellte Fragen

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Was gibt es für Potenzmittel?

Auf dem Markt gibt es natürliche und pharmazeutische Erektionshilfen. Natürliche Potenzmittel sind zum Beispiel Ginseng, Maca und Austernextrakt. Diese Mittel sollten über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden, damit sie wirken können. Dann gibt es noch die pharmazeutischen Potenzmittel, wie die PDE-5-Hemmer (Viagra, Cialis, Levitra, etc.) und es gibt die Schwellkörperautoinjektionstherapie bei der eine Spritze in das männliche Geschlechtsteil injiziert wird. Diese Methode wird jedoch nur bei schweren Fällen eingesetzt.
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Gibt es Lebensmittel, die wie Viagra wirken?

Was wirkt wie Viagra in Lebensmitteln? Nun, es gibt keine Lebensmittel, die wie ein pharmazeutisches Produkt wirken können. Wenn wir uns jedoch gesund ernähren, so sind wir vitaler und haben mehr Energie. Austern sollen zum Beispiel potenzsteigernd wirken. Es gibt eine Reihe von Aphrodisiaka, durch die wir unsere Lust steigern können, wie zum Beispiel hochwertiger, reiner Kakao. Es gibt auch Gewürze, die anregend wirken wie Muskatnuss, Vanille und Zimt. Eiweiße und Eiweißbilder wie L-Arginin (Aminosäure) tragen zu einer gesünderen Potenz bei.
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Welche Medikamente helfen bei Erektionsstörungen?

Gerade die pharmazeutischen Potenzmittel, die als PDE-5-Hemmer bezeichnet werden, werden besonders gerne eingenommen, da sie höchst wirksam sind. Bei gleichzeitiger sexueller Stimulierung kann eine Erektion über einen gewissen Zeitraum aufrecht erhalten werden. In der folgenden Tabelle werden die gängigsten Potenzmittel aufgeführt.
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Ist eine Erektionsstörung heilbar?

Die erektile Dysfunktion ist heutzutage gut behandelbar oder ist im besten Fall, wie zum Beispiel bei psychischen Ursachen, komplett heilbar. Natürlich kommt es auf den Grad der erektilen Dysfunktion und auf die Ursache für die Erektionsstörung an. Auf dem Markt gibt es zum Beispiel Potenzmittel wie Cialis, die täglich zur Behandlung der Potenzstörung eingesetzt werden können und die nach einer Zeit – wenn sich der Körper an eine regelmäßige Erektion bis zum Orgasmus gewöhnt hat – abgesetzt werden können. Der Körper kann dann in der Lage sein von selbst wieder eine normale Erektion zu haben.

Quellen

  1. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/06/17/pde-5-inhibitoren
  2. http://www.gesundheitsinstitut-deutschland.de/maca-wirkung/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Arginin
  4. https://www.apotheken-umschau.de/Prostata/Sexualitaet-nach-der-Prostataoperation-534713.html
  5. https://prostata-hilfe-deutschland.de/prostatakrebs-und-erektile-dysfunktion

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